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Die Historie der Workcamps Im Jahr 1995 nahm ich, Jutta Pfistner, Mitglied der Evangelisch – Freikirchlichen Gemeinde Berlin – Köpenick, an einem Workcamp in Ghana teil. Schon während meines Aufenthaltes in Accra bewegte mich der
Gedanke, die gleiche Arbeit auch in Mocambique zu organisieren. Vorausgegangen
waren Besuche in den Jahren 1992 und 1994, bei denen ich die Situation im Lande
und in den Gemeinden Maputos kennen gelernt hatte. Im Jahr 1994 war ich sogar
zweimal in Mocambique, da ich einer der internationalen Wahlbeobachter (über
den Weltkirchenrat) war, um die ersten demokratischen Wahlen im Land zu
beobachten. Den besten Kontakt in Mocambique hatte und habe ich zu
Afonso Muendane. Er hatte in der DDR als Vertragsarbeiter den Beruf des
Betonfacharbeiters erlernt und war auch als Bauleiter tätig. Nachdem er Christ
geworden war, hat er Theologie studiert und ist jetzt Pastor der Gemeinde
Maputo – Laulane und Leiter der Straßenkinderinitiative. Bei meinem Besuch 1997 fragte ich, ob es ein Projekt gäbe,
bei denen die Gemeinden Hilfe brauchten. Ich wurde informiert, dass die
Gemeinde Maputo – Hulene auf ihrem Gelände gerne eine Schule bauen würde, doch
leider keine finanziellen Mittel dafür hat. Der Bau einer Schule war der
Gemeinde besonders wichtig, da es im ganzen Stadtbezirk Hulene nicht eine
Schule gab. Deshalb wurden die Kinder vielfach erst eingeschult, wenn sie in
der Lage waren, den weiten Schulweg alleine zu bewältigen. Da die wenigen
staatlichen Schulen hoffnungslos überfüllt sind (bis 70 Kinder pro Klasse ist
normal), müssen Kinder außerdem immer wieder ein Jahr aussetzen, so dass in den
Klassen häufig wesentlich ältere Kinder sind. Nachdem ich mich überzeugt hatte, dass der Bau einer Schule
für dieses Gebiet wirklich dringend erforderlich war, gingen wir daran, alle
organisatorischen Fragen zu besprechen. Die Mitglieder der Gemeinde Hulene
bekundeten ihr Einverständnis, Deutsche für die Zeit eines Workcamps (vier
Wochen) in ihren Häusern zu beherbergen und die Schwestern der Gemeinde
erklärten sich bereit für die deutsche Gruppe und die mocambiquanischen
Bauarbeiter zu kochen. Afonso Muendane sagte zu, sich um die Baugenehmigung und
um den Bau eines Brunnens zu kümmern. In Deutschland konnte ich das Reisebüro
„Agathos", mit dem ich in Ghana war, gewinnen, das Workcamp in ihr
Programm aufzunehmen und in Zeitungen per Annonce zu werben. Nach diesen Vorbereitungen fuhren 1998 acht Personen zum 1.
Workcamp nach Mocambique, um mit dem Bau der Schule zu beginnen, beim 2.
Workcamp 1999 wurde der Bau mit einer Gruppe von 11 Personen weitergeführt und
im Jahr 2000, im 3. Workcamp, mit einer Gruppe von wiederum 11 Personen fertig
gestellt. Zwischen den Workcamps wurde mit Spenden aus Deutschland und
auch mit Finanzmitteln der Gemeinde in Hulene weitergebaut. Die Lokale Agenda
Berlin – Hellersdorf interessierte sich für das Projekt und führte 1999 eine
Aktion zum Kauf des Daches durch. Es wurden innerhalb von drei Wochen,
beginnend mit einer großen Ausstellung im Spreecenter (unter Schirmherrschaft
des Bezirksbürgermeisters Dr. Klett) durch Kinder und Jugendliche verschiedener
Kitas und Schulen Weißblechdosen gesammelt. Diese Dosen wurden von der DASS
aufgekauft und der Erlös reichte um das Wellblech für das Dach zu kaufen. Im Jahr 2000 begannen wir außerdem mit dem Bau eines Hauses
für eine allein stehende Mutter von acht Kindern, deren Strohhütte durch die
Überschwemmungskatastrophe zerstört worden war. Ihr Haus und weitere 6 Häuser
sind inzwischen fertig gestellt, da ich finanziell in der Lage war, Afonso
Muendane als Bauleiter und Koordinator und sieben junge Männer (16 – 24 Jahre)
als Bauarbeiter einzustellen und auch das Baumaterial zu bezahlen. Sie
ersetzten und ersetzen weiterhin baufällige Strohhütten durch stabile
Steinhäuser und verbessern damit die Lebensqualität der Bevölkerung erheblich.
Nicht zuletzt haben 8 Personen dort nun ein regelmäßiges Einkommen. Im Jahr 2001, beim 4. Workcamp, diesmal mit 13 Personen, hatten wir uns verschiedene Aufgaben vorgenommen. Durch eine großzügige Spende eines Elektroingenieurs, der mit seiner Frau am dritten Workcamps teilgenommen hatte und die nun zum zweiten Mal mitfuhren, waren wir in der Lage die Schule und auch zwei Kirchen zu elektrifizieren. Er übernahm die fachliche Leitung, unterstützt durch einige Mitglieder der Gruppe. Durch seine Arbeit ist es jetzt möglich, dass in unserer Schule und auch in der Kirche in „das Mahotas" (die Kirche, in der Afonso Pastor ist) am Abend nun Alphabetisierungskurse für Erwachsene stattfinden können. Solche Kurse sind besonders wichtig, da in Mocambique die Analphabetenrate 70% beträgt.
Es gibt in Maputo eine internationale englischsprachige
Gemeinde, die aus Christen der Hilfsorganisationen und Botschaften besteht. In
dieser Gemeinde hatte sich eine Initiative für Straßenkinder gebildet. Die
Initiative bat Afonso Muendane die Leitung zu übernehmen. Unsere Hauptaufgabe
war nun der Beginn der Bauarbeiten für ein Zentrum für Straßenkinder. Ich kaufte 35.000m² Land und wir befreiten erst einmal
2.000m² von Gras und Büschen und hoben dann das Fundament eines Hauses aus,
wobei wir 35m³ Sand bewegten. Parallel dazu wurden Zement – Hohlblocksteine
hergestellt. Wie bei allen Gebäuden bisher, fertigten wir die Steine selbst an.
Das Haus wird erst mal für die Unterbringung der Arbeitsgeräte genutzt und
dient als Unterkunft für die Bauarbeiter. Ich beauftragte Brunnenbauer einen
Brunnen zu graben, so dass wir nach 8 Tagen Wasser hatten. Beim 5. Workcamp, im Jahr 2002, waren wieder 11 Personen
gemeinsam mit den afrikanischen Bauarbeitern am weiteren Aufbau unseres
Straßenkinderzentrums beteiligt. Die Brunnenbauer gruben noch einen Brunnen,
für den Bau der Wohnhäuser. In diesem Jahr bestand unsere Arbeit vor allem erst mal in
der Herstellung der Mischungen für die Hohlblocksteine. Tag für Tag wurden ca.
300 Stück hergestellt, insgesamt an die 5000 Steine. Da 12 Steine 1 m² Mauer
ergeben, haben wir jetzt Steine für ungefähr 420 m²; das sind genug Steine für
1 Wohnhaus mit 130m² Grundfläche. In so einem Haus werden 12 Kinder und eine
Betreuungsperson leben. Das erste dieser Wohnhäuser begannen wir dann auch zu mauern
und konnten es bis zur Fensterhöhe fertig stellen. Beim 6. Workcamp, im Jahr
2004, waren wir 12 Personen ( von 23 bis 66 Jahren), die erstmalig während der
Bauarbeiten auf dem Gelände in dem fertig gestellten Wohnhaus wohnen konnten.
Dadurch entfielen die Fahrten zur Baustelle, die uns in den Jahren zuvor 2
Stunden täglich gekostet hatten. Wir strichen das 1. Wohnhaus und Eberhard, unser 66jähriger
Graphiker, bemalte es innen und außen mit wunderschönen Bildern und wir
stellten an die 6000 Steine her und bauten das zweite Wohnhaus bis zur
Fensterhöhe. Inzwischen waren Vertreter des Gesundheits- und Sozialministeriums
auf dem Gelände und akzeptierten unsere Arbeit. Beim 7. Workcamp, 2005, arbeiteten wir (13 Personen)
gemeinsam mit den afrikanischen Bauarbeitern. Das zweite Haus wurde überdacht
und es wurde mit dem Verputzen begonnen. Parallel dazu rodeten wir die Stelle
auf der das 3. Haus entstand, dass wir bis über die Fenster mauern konnten. Im Jahr 2006, im 8. Workcamp konnten wir (12 Personen) das
3. Haus fertig mauern, die Fenster für das 2. Haus herstellen, die Klärgrube
für die Häuser 2 und 3 bauen und den Keller für die Vorratshaltung ausheben. Seit dem 15.8.06 befinden sich die ersten Kinder im Zentrum.
Das 9. Workcamp fand mit 11 Personen im Mai 2007 statt. Wir hatten vielfältige
Aufgaben: die Installation einer Solaranlage, die in 8 Stunden 2500 Liter
Wasser in den Tank fördert; den Bau einer Bäckerei mit Lehmbackofen (ermöglicht
durch den dreimonatigem Einsatz von Stefan), in dem 45 Brote auf einmal
gebacken werden können, das Verputzen von Haus 3, das Streichen von Haus 2 und
der weitere Aufbau des Lagers. Im Jahr 2006, im 8. Workcamp konnten wir (12 Personen) das 3. Haus fertig mauern, die Fenster für das 2. Haus herstellen, die Klärgrube für die Häuser 2 und 3 bauen und den Keller für die Vorratshaltung ausheben. Seit dem 15.8.06 befinden sich die ersten Kinder im Zentrum. Das 9. Workcamp fand mit 11 Personen im Mai 2007 statt. Wir hatten vielfältige Aufgaben: die Installation einer Solaranlage, die in 8 Stunden 2500 Liter Wasser in den Tank fördert; den Bau einer Bäckerei mit Lehmbackofen (ermöglicht durch den dreimonatigem Einsatz von Stefan), in dem 45 Brote auf einmal gebacken werden können, das Verputzen von Haus 3, das Streichen von Haus 2 und der weitere Aufbau des Lagers. Jutta Pfistner
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