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Workcamp 9

Mai 2007

Mit dem Hubschrauber über Momoli, am Wasserfall von Naamascha (an der Grenze zu Swasiland), im Boot auf dem Macaneta-Fluss, am Strand des endlosen Indischen Ozeans... - mit Schaufel und Spaten beim Sandschippen, Verputzen, Lehmbackofen-Mauern, Betonieren, Solaranlage-Installieren.... Spaziergänge über die bunten Märkte, Parks, Cafés, Besuch in Werkstätten (Batik und Holzverarbeitung) mitreißende Gottesdienste... Kontakte mit Mocambiquanern - intensive auf der Baustelle oder flüchtige auf den Straßen - und vieles, vieles mehr erlebten die Teilnehmer beim 9. Workcamp in einem der ärmsten Länder der Erde.

Urlaub mit tatkräftiger Hilfe verbanden insgesamt 11 Personen (3 Männer, 8 Frauen), Christen und Nichtchristen von 22 bis 58 Jahren. Unsere Arbeit bestand im weiteren Aufbau des Zentrums für Straßenkinder und Aidswaisen, die die nahe gelegene Schule besuchen und später auch eine Ausbildung machen werden. Während der 15 Arbeitstage (á 5 Stunden) für uns Deutsche und der 23 Arbeitstage (á 8 Stunden) für die afrikanischen Bauarbeiter wurde das Haus 2 gestrichen, das Haus 3 verputzt, die zwei Kellerräume des Lagers verputzt und betoniert, die Solaranlage installiert (mit der innerhalb von 8 Stunden 2500 Liter Wasser gefördert werden), 1700 Hohlblocksteine für den Bau des Lagers hergestellt und der Bau eines Lehmbackofens begonnen.

Stefan, von Beruf Bäcker, baut den Lehmbackofen. Er ist noch bis Ende Juli da und wird José im Brotbacken unterrichten, so dass das Brot nicht mehr in Maputo gekauft werden muss und auch die Bevölkerung des nahe liegenden Dorfes bei uns Brot kaufen kann. Das Gelände von 3,5 ha befindet sich ungefähr 30 km nördlich der Hauptstadt Maputo im Distrikt Marracuene. Annähernd die Hälfte des Geländes ist für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen und wird auch schon zum Teil dafür genutzt. Es leben 20 Ziegen, 2 Schweine und Hühner dort, die 5 Bienenstöcke erbrachten über 20 kg Honig, und auf den Feldern gedeihen Ananas, Maniok und Gemüse. Gemeinsam mit den afrikanischen Bauarbeitern (Brüdern der Baptistengemeinde in Hulene), hatten wir nach dem Aufbau der Schule in Hulene im Jahr 2001 mit den Bauarbeiten für das Zentrum begonnen. Im ersten Wohnhaus (130m²) leben nun die Kinder mit dem Betreuerpaar. Wir Workcampteilnehmer wohnten im zweiten Haus.

Die Kinder, die in unserem Zentrum leben, haben schwere Schicksalsschläge erlebt. Da sind Dercio (9) und Moises(7), Geschwister, deren Vater an Aids starb, die Mutter sucht verzweifelt Arbeit. Die Kinder hungerten. Paulo (7) hat eine nervenkranke Mutter, der Vater ist unbekannt. Olito, wie er sich selbst nennt, ist ca. 7 Jahre alt, aufgefunden worden, niemand weiß, wo seine Familie ist. Marta (10), Vater unbekannt, Mutter starb an Aids. Rosa (10) Vater unbekannt, die Mutter soll in Südafrika auf Arbeitssuche sein, Rosa lebte beim Großvater, dessen neue Frau das Kind misshandelte. Sie geht jetzt erstmalig zur Schule. Im Juni kommen noch zwei Brüder (12 und 10), deren Eltern an Aids gestorben sind. Zu diesen Kindern, die ständig im Zentrum leben, kommen 6 Tageskinder aus dem Dorf, die Vater oder Mutter oder beide durch Aids verloren haben. Alle gehen zur Schule, werden gut versorgt und haben eine Zukunft.

Wie in den Jahren zuvor, konnten wir auch dieses Jahr einen Rollstuhl nach Maputo bringen und so einen weiteren Kranken vom Kriechen auf dem Boden erlösen. Das nächste Workcamp wird im August 2008 stattfinden. In der Zwischenzeit wird die weitere Arbeit an unserem Zentrum durch Spenden finanziert und durch das Geld, das bei Vorträgen zusammengelegt wird, die ich in Schulen, Altersheimen und Gemeinden halte.

 

Jutta Pfistner 

 

 

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