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Workcamp 8

Workcamp Juli 2006 Maputo / Mocambique

Dieses Jahr waren es zwölf Personen, die wie in den Workcamps zuvor, Urlaub mit tatkräftiger Hilfe verbanden: Eine bunt gemischte Gruppe: alt und jung (11 bis 62 Jahre), Ost und West, Mitglieder verschiedener Gemeinden und Nichtchristen leisteten ganz konkrete Hilfe.

Unsere Arbeit bestand im weiteren Aufbau des Zentrums für Straßenkinder und Aidswaisen, die die nahe gelegene Schule besuchen und dann auch eine Ausbildung machen werden.

Das Gelände von ca. 35 000 m" befindet sich ungefähr 30 km nördlich der Hauptstadt Maputo, im Distrikt Marracuene. Annähernd die Hälfte des Geländes ist für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen und wird auch schon zum Teil dafür genutzt. Es leben 12 Ziegen dort, die 5 Bienenstöcke erbrachten über 20 kg Honig und auf den Feldern gedeihen Ananas, Maniok und Gemüse.

Gemeinsam mit den afrikanischen Bauarbeitern (Brüdern der Baptistengemeinde in Hulene), hatten wir nach dem Aufbau der Schule in Hulene, 2001 mit den Bauarbeiten für das Zentrum begonnen. Zuerst bauten wir ein Haus, das nun der Aufbewahrung der Arbeitsgeräte und des Baumaterials dient.

Wir haben zwei Brunnen graben lassen, einer befindet sich auf der Seite des Geländes, das landwirtschaftlich genutzt wird, der andere auf der für das Wohnen vorgesehenen Seite.

Im ersten Wohnhaus (130m², 2002/03 gebaut) haben wir Workcampteilnehmer gewohnt.

In diesem Jahr bestand unsere Arbeit im fertig mauern des dritten Wohnhauses, dem Bau der Klärgrube für Haus 2 und 3 und dem Ausschachten des Kellers, der der Vorratshaltung dienen wird.

Leider war der Antrag für den Kauf von Fenstern und Türen für Haus 2 und 3 und für das Dach für unser 3. Haus abgelehnt worden. So war es eine wunderbare Fügung, daß unter den Workcamp - Teilnehmern eine Tischlerin war, die gemeinsam mit einer weiteren Teilnehmerin, die Fenster bauten. Das war natürlich viel billiger.

Ein Teilnehmer reparierte die Betonmischmaschine, die unsere Arbeit wesentlich erleichterte und besonders jetzt, da die afrikanischen Bauarbeiter allein arbeiten eine große Hilfe ist.

Seit dem 26.04.06 haben wir endlich die staatliche Genehmigung Kinder aufzunehmen und am 15.08.06 sind die ersten drei Kinder aufgenommen worden, die von Priscina betreut werden. Moises (6), Dercio (8) und Paulo (8) leben nun im ersten Wohnhaus. Neun weitere Kinder folgen in den nächsten Tagen.

Im September / Oktober werden die nächsten 12 Kinder aufgenommen, nachdem die Fenster verglast und das Haus eingerichtet worden ist.

Die weiteren Arbeiten bestehen im Verputzen und Betonieren des 3. Hauses, in dem im Mai 07 die Workcamp - Teilnehmer wohnen werden und danach die nächsten 12 Kinder.

Neben der Bautätigkeit kam aber auch die Erholung nicht zu kurz.

Wir badeten wir an Stränden des Indischen Ozeans oder besuchten im Zentrum der Stadt den botanischen Garten, das Kunstmuseum, das wunderschöne Naturkundemuseum, die bunten Märkte und aßen auch in schicken Restaurants.

Jeden Sonntag waren wir in einer anderen Gemeinde zu Besuch und erlebten ganz unterschiedliche, aber immer aufbauende und temperamentvolle Gottesdienste. Natürlich stand auch ein Besuch der Schule auf dem Programm, die wir in den Workcamps der Jahre 1998 - 2000 gebaut haben. Sie ist in Betrieb und hat die Lizenz des Bildungsministeriums.

Wie in den Jahren zuvor konnten wir auch dieses Jahr einen Rollstuhl und einen Rollator nach Maputo bringen und so einen weiteren Kranken vom Kriechen auf dem Boden erlösen.

An unseren freien Tagen machten wir aber auch Ausflüge im Umkreis von ca. 200km, so zum Picknick am Wasserfall von Namaacha (Grenze zu Swaziland), nach Macaneta, an einen Traumstrand nördlich von Maputo, und nach Mamoli (an der Grenze zu Südafrika). Auf dieser Fahrt erlebten wir Gottes Bewahrung. Bevor wir auf unsere lange Fahrt gingen, bemerkten wir ein merkwürdiges Schlingern unseres Vorderrades - 500 m vor einer Werkstatt! - dort musste in einer 6stündigen Reparatur die Radaufhängung geschweißt werden. Nicht auszudenken, wenn uns das auf unserer Fahrt durch die Savanne passiert wäre.

Nach anstrengender Fahrt (nach 130 km guter Straße, und 40 km Sandwegen!) verbrachten wir erholsame Tage am wunderschönen Strand des indischen Ozeans.

Annette und Simao Mucache betreiben in Mamoli eine Internatsschule und haben auch einige Waisenkinder aufgenommen.

Sie haben mit den Kindern begonnen Papier zu schöpfen und wunderschöne Karten herzustellen, die in Läden in dem nahe gelegenen Touristenstadtchen Ponta de Ouro (Goldpunkt) und in Hotels verkauft werden. Annette berichtete mir, dass Kinder die zuvor sehr auffällig waren jetzt in den Ferien kommen um zu arbeiten und so zum Unterhalt der Familie und für ihren Schulbesuch beitragen. Sie sind selbstbewusster und froher geworden.

Afonso will in unserem Zentrum für Straßenkinder und Aidswaisen auch mit dieser Arbeit beginnen.

Das nächste Workcamp wird im Mai 2007 stattfinden. In der Zwischenzeit wird die weitere Arbeit an unserem Zentrum durch Spenden finanziert und auch durch das Geld, dass bei Vorträgen zusammengelegt wird, die ich in Schulen, Altersheimen und Gemeinden halte.

 

Jutta Pfistner 

 

 

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