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Workcamp 7

Workcamp Juli 2005 Maputo / Mocambique

Dreizehn Personen verbanden, wie in den Workcamps zuvor, Urlaub mit tatkräftiger Hilfe: Eine buntgemischte Gruppe: alt und jung (10 bis 65 Jahre), Ost und West, Mitglieder verschiedener Gemeinden und Nichtchristen, Leute die das erste Mal mitkamen und welche, die sich schon das 2. Mal einbrachten, um ganz konkrete Hilfe zu leisten.

Dadurch, dass das Workcamp zur Ferienzeit stattfand, kamen diesmal neben meinem Enkel (10 Jahre) auch noch vier 13 - und 16 jährige Jugendliche mit und stellten sich den Herausforderungen eines gänzlich anderen Umfeldes ohne Fernsehen und täglicher warmer Dusche.

Unsere Arbeit bestand im weiteren Aufbau eines Zentrums, in dem Straßenkinder und Aidswaisen leben werden, die nahe gelegene Schule besuchen und eine Ausbildung machen können.

Das Gelände von ca. 35 000 m" befindet sich ungefähr 30 km nördlich der Hauptstadt Maputo, im Distrikt Marracuene. Annähernd die Hälfte des Geländes ist für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen und wird auch schon zum Teil dafür genutzt. Es wurde mit einer Schweinezucht begonnen, zum Verkauf und dann auch zur Ernährung der Jugendlichen und auf den Feldern gedeihen Ananas, Maniok und Gemüse.

Gemeinsam mit den afrikanischen Bauarbeitern (Brüdern der Baptistengemeinde in Hulene, die ich einstellen konnte), hatten wir 2001 mit den Bauarbeiten begonnen. Zuerst bauten wir ein Haus, das nun der Aufbewahrung der Arbeitsgeräte und des Baumaterials dient.

Wir haben zwei Brunnen graben lassen, einer befindet sich auf der Seite des Geländes, das landwirtschaftlich genutzt wird, der andere auf der für das Wohnen vorgesehenen Seite.

2002 wurde mit dem Bau des ersten Wohnhauses (130m²)+ begonnen. Es ist inzwischen fertig gestellt. In diesem Haus haben wir während der jeweils 4 Arbeitstage pro Woche gewohnt.

Dieses Jahr haben wir das 2. Haus überdacht, es begonnen zu verputzen und mit dem Bau des 3. Hauses angefangen. Wir konnten es bis über die Fenster mauern, Möglich wurde das, weil wir noch Steine aus dem vergangenen Jahr zur Verfügung hatten.

In jedem der Wohnhäuser werden 12 Kinder / Jugendliche und eine Betreuungsperson leben.

Leider können jetzt noch keine Kinder aufgenommen werden, da das Gesundheitsministerium den Bau eines Kellers als Lebensmittelvorratsraum anordnete. Wenn durch die Spenden genug Geld zusammenkommt, dann werden die Bauarbeiter das 3 Haus und den Keller fertig stellen können.

Neben der Bautätigkeit kam aber auch die Erholung nicht zu kurz.

An den Tagen, in denen wir in Maputo wohnten, badeten wir an Stränden des Indischen Ozeans oder besuchten im Zentrum der Stadt den botanischen Garten, das Kunstmuseum, das wunderschöne Naturkundemuseum, die bunten Märkte und aßen auch in schicken Restaurants.

Jeden Sonntag waren wir in einer anderen Gemeinde zu Besuch und erlebten ganz unterschiedliche, aber immer aufbauende und temperamentvolle Gottesdienste. Natürlich stand auch ein Besuch der Schule auf dem Programm, die wir in den Workcamps der Jahre 1998 - 2000 gebaut haben. Sie ist in Betrieb und hat die Lizenz des Bildungsministeriums.

Wie in den Jahren zuvor konnten wir auch dieses Jahr einen Rollstuhl und diesmal auch einen Rollator nach Maputo bringen und so eine weitere Polio - Kranke vom Kriechen auf dem Boden erlösen. Celestina, Witwe mit zwei Kindern (ihr Mann starb an Tuberkulose) und Mitglied der Baptistengemeinde in Boane konnte ihr Glück kaum fassen. Schon vor Monaten hatte man in der Gemeinde Gott um einen Rollstuhl für sie gebeten und der Pastor sagte bewegt - diesen Sonntag werden wir sie nicht mehr auf allen Vieren in die Kirche kriechen sehen.

An unseren freien Tagen machten wir aber auch Ausflüge im Umkreis von ca.200km, so zum Picknick am Wasserfall von Namaacha (Grenze zu Swaziland), nach Macaneta, an einen Traumstrand nördlich von Maputo, auf die wunderschöne Insel Inhaka, wo während 2,5 Stunden stürmischer Seefahrt doch einigen etwas mulmig war und nach Mamoli (an der Grenze zu Südafrika), wo wir nach anstrengender Fahrt (nach 130 km guter Straße, 40 km Sandwege!) erholsame Tage am wunderschönen Strand des indischen Ozeans verbrachten. Wir machten auch einen Ausflug zum Pitisee (des flächenmäßig größten Sees des südlichen Afrika) und sahen Krokodile, Flusspferde und Affen.

Annette und Simao Mucache betreiben in Mamoli eine Internatsschule und haben auch einige Waisenkinder aufgenommen.

Sie haben mit den Kindern begonnen Papier zu schöpfen und wunderschöne Karten herzustellen, die in Läden in dem nahe gelegenen Touristenstadtchen Ponta de Ouro (Goldpunkt) und in Hotels verkauft werden. Annette berichtete mir, dass Kinder die zuvor sehr auffällig waren jetzt freiwillig in den Ferien kommen um zu arbeiten und so zum Unterhalt der Familie und für ihren Schulbesuch beitragen. Sie sind selbstbewusster und froher geworden.

Afonso will in unserem Zentrum für Straßenkinder und Aidswaisen auch mit dieser Arbeit beginnen.

Ich habe Karten und Papier mitgebracht und sie können nach den Gottesdiensten erworben werden.

Das nächste Workcamp wird voraussichtlich im Juni /Juli 2006 stattfinden. In der Zwischenzeit wird die weitere Arbeit an unserem Zentrum durch Spenden finanziert und auch durch das Geld, dass bei Vorträgen zusammengelegt wird, die ich in Schulen, Altersheimen und Gemeinden halte.

 

Jutta Pfistner

 

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