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Workcamp 6

Workcamp März / April 2004 Maputo / Mocambique

Wir waren diesmal 12 Personen, die, wie schon in den Workcamps zuvor, Urlaub mit tatkräftiger Hilfe verbanden, eine buntgemischte Gruppe: alt und jung (23 bis 66 Jahre), Ost und West, Mitglieder verschiedener Gemeinden und Nichtchristen, Leute die das erste mal mitkamen und welche, die sich schon das 2. oder 3. mal einbrachten, um ganz konkrete Hilfe zu leisten.

Unsere Arbeit bestand im weiteren Aufbau eines Zentrums, in dem Straßenkinder und Aidswaisen leben werden, die nahe gelegene Schule besuchen und eine Ausbildung machen können.

Das Gelände von ca. 35 000 m" befindet sich ungefähr 30 km nördlich der Hauptstadt Maputo, im Distrikt Marracuene. Annähernd die Hälfte des Geländes ist für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen und wird auch schon zum Teil dafür genutzt. Es wurde mit einer Schweinezucht begonnen, zum Verkauf und dann auch zur Ernährung der Jugendlichen.

Gemeinsam mit den afrikanischen Bauarbeitern (Brüdern der Baptistengemeinde in Hulene, die ich einstellen konnte), hatten wir dort 2001 mit den Bauarbeiten begonnen.

Wir rodeten erst mal eine Fläche von ca. 2000m² und begannen mit dem Bau eines Hauses.

Dieses Haus dient nun der Aufbewahrung der Arbeitsgeräte und des Baumaterials und einer der Bauarbeiter hat dort sein Zimmer. Denn man kann so wertvolle Dinge, wie den Betonmischer, das Stromaggregat und die Wasserpumpe nachts nicht ohne Bewachung lassen.

Wir haben zwei Brunnen graben lassen, einer befindet sich auf der Seite des Geländes, das landwirtschaftlich genutzt wird, der andere auf der für das Wohnen vorgesehenen Seite.

2002 wurde mit dem Bau des ersten Wohnhauses (130m²)+ begonnen. Es ist inzwischen fertig gestellt und wurde in diesem Jahr gestrichen. In diesem Haus (mit Duschen und fließendem Wasser!) haben wir während der jeweils 4 Arbeitstage pro Woche gewohnt.

Neben dem Streichen des 1.Hauses bestand unsere Arbeit vor allem in der Herstellung der Mischungen für die Hohlblocksteine. Tag für Tag wurden ca. 400 Stück hergestellt, insgesamt an die 6.000 Steine. Da 12 Steine 1m² Mauer ergeben, haben wir jetzt Steine für ungefähr 500m²; das ist genug für das 2.Wohnhaus und die Klärgrube.

In jedem der Wohnhäuser werden 12 Kinder / Jugendliche und eine Betreuungsperson leben.

Den Bau des 2. Hauses konnten wir bis zur Fensterhöhe fertig stellen, drei Außenmauern sogar bis über die Fenster.

Dieses Jahr konnten wir direkt auf der Baustelle wohnen. Deshalb haben viele von uns schon vor 8.00 Uhr mit der Arbeit begonnen und auch noch am Nachmittag gearbeitet, deshalb haben wir unheimlich viel geschafft.

Neben der Bautätigkeit kam aber auch die Erholung nicht zu kurz.

An den Tagen, in denen wir in Maputo wohnten, badeten wir an Stränden des Indischen Ozeans oder besuchten im Zentrum der Stadt den botanischen Garten, das Kunstmuseum, das wunderschöne Naturkundemuseum, die bunten Märkte und aßen auch in schicken Restaurants.

Jeden Sonntag waren wir in einer anderen Gemeinde zu Besuch und erlebten ganz unterschiedliche, aber immer aufbauende und temperamentvolle Gottesdienste. Am letzten Sonntag konnten wir in der Gemeinde Maputo - das Mahotas, in der Afonso Muendane Pastor ist, die Taufe von Katharina Gentzen erleben.

Natürlich stand auch ein Besuch der Schule auf dem Programm, die wir in den Workcamps der Jahre 1998 - 2000 gebaut haben. Sie ist in Betrieb und hat die Lizenz des Bildungsministeriums. Dieses Jahr hatten wir schon einen Termin des Direktors der Schule, Pastor Lourenco Anteiro (Präsident des moc. Baptistenbundes) und der Berliner Schule, an der ein Mitglied des diesjährigen Workcamps Sozialarbeiterin ist, um die Möglichkeiten einer Patenschaft zu besprechen.

Wie im 5. Workcamp konnten wir auch dieses Jahr einen Rollstuhl nach Maputo bringen und so einem weiteren Polio - Kranken vom Kriechen auf dem Boden erlösen.

Wir haben afrikanisch temperamentvoll die Geburtstage von zwei Mitgliedern unserer Gruppe gefeiert, darunter den 60. von unserem Roland Schmidt.

An unseren freien Tagen machten wir aber auch Ausflüge im Umkreis von 200km, so zum Wasserfall in Namaacha (Grenze zu Swaziland), nach Macaneta, an einen Traumstrand nördlich von Maputo und nach Mhomoli (an der Grenze zu Südafrika), wo wir nach anstrengender Fahrt (nach 130 km guter Straße, 40 km Sandwege!) erholsame Tage am wunderschönen Strand des indischen Ozeans verbrachten.

Annette und Simao Mucache betreiben in Mhomoli eine Internatsschule und haben auch einige Waisenkinder aufgenommen.

 

Jutta Pfistner

 

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